ADC in Frankfurt – Ein Nachbericht


Alle gehen nach Berlin. Nicht der ADC, (Art Directors Club Deutschland), der sein Festival vor zwei Jahren aus der Hauptstadt nach Frankfurt verlegt hat. Über 9.000 Ausstellungsstücke aus den Bereichen Design, Digitale Medien, Editorial, Werbung, Text, Fotografie und Funk wurden präsentiert, 15 mal Gold, 73 mal Silber und 131 mal Bronze als Auszeichnungen vergeben, zahlreiche Vorträge gehalten und ausgelassen im Nusoul, Hafen2 und in der Messehallte 5 gefeiert. Aber, was gab es ausser zahlreichen Nägeln sonst noch auf dem 4-tägigen Kongress mit dem Motto „Ideen.Durchsetzen“?

Chuck Porter auf dem ADC – Begrüßungsrede

Chuck Porter, Jury Vorsitzender des ADC Chef der Agentur Porter & Bogusky, eine Ikone aus der Agenturszene eröffnete mit lockeren Sprüchen unter dem Slogan „Why I like Award Shows (Aside from the drinking) den ADC. Neue Aspekte sprach er nicht an – der Auftakt war allerdings ein unterhaltsamer und sorgt für Lacher unter den Anwesenden.

Schwieriger hatte es Scott Woods, Facebook Deutschland. In wenigen Worten stellte er die vor kurzem gelaunchte Seite facebook-studio.com vor. Hier haben Kreative und Agenturen die Möglichkeit Kampagnen hochzuladen. Für die Anwesenden nichts Neues und auch die von Woods als Paradebeispiel für erfolgreiche Kampagnen vorgestellten Facebook Seiten sind in Fachkreisen bereits bekannt. Die kritischen Fragen im Anschluss des Vortrags waren vorhersehbar. Auf die Frage „Wieviel ist Facebook wert“ antwortete er, dass er das nicht wisse. Eine professionellere Antwort dürfte man vom Commerical Director erwarten.


Die klassischen Medien TV, Print und Funk dominierten die Ausstellungshalle. Der gerade für die Werbung essentielle Bereich „Social Media“ wurde mit nur wenigen Kampagnen am Rande repräsentiert.

Nicht gerade der beste Jahrgang, hört man die Kreativbranche während der ADC Tage klagen. Eine Arbeit stach allerdings positiv heraus: Die Agentur Jung von Matt präsentierte „safe as .wwf“, ein nicht druckbares Dateiformat zum Umweltschutz.

Überdenken sollten sich die Macher des ADC die Öffnungszeiten der Ausstellung. Lediglich bis 16:00 war die Ausstellung täglich geöffnet – in Anbetracht der Tatsache der vielen Abendveranstaltungen für manch einen zu kurz.

95 Euro durfte man für die Eintrittskarte zur Aftershowparty berappen – dafür erhielt man einen Markt aus Getränkepromotion Bars und eine fragliche Musikzusammenstellung. „Drinnen ist das neue Draussen“ hätte man als Motto wählen sollen, denn genetworkt wurde vor der Halle.

Der ADC tut gut. Einmal mehr andere Gesichter in den einschlägigen Bars und Clubs der Stadt, einmal mehr wird Frankfurt ein Zentrum des kreativen Schaffens, einmal mehr rückt die Stadt in den Mittelpunkt Deutschlands.

2012 wird der ADC Messestandort neu ausgeschrieben – wie groß die Chancen auf ein Wiedersehen in Frankfurt sind steht noch nicht fest.

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